Brandschutzerziehung

Brandschutzserziehung

In jedem Jahr gibt es in der Bundesrepublik 120 tote Kinder durch Brände zu beklagen. Die schrecklichen Unfälle passieren zu einem hohen Prozentsatz, weil Kinder zündeln und sich der Gefahr des Feuers gar nicht bewusst sind. Fehlverhalten der Kinder wie beispielsweise verstecken vor dem Feuer anstatt wegzulaufen birgt ein weiteres Risiko.

Kinder sind zugleich Verursacher und Opfer vieler Brände. Brandschutzerziehung sollte deshalb nach Meinung der Cuxland-Feuerwehren nicht erst in der Schule, sondern schon im Kindergarten beginnen. Genau hier setzt die Brandschutzerziehung der Freiwilligen Feuerwehren in der Samtgemeinde Hagen ein. Erst jetzt waren die beiden Brandschutzerzieher Iris Widdecke und Michael Wieland im Driftsether Kindergarten ?Rappelkiste?, um die Kinder über die Gefahren des Feuers und die Arbeit der Feuerwehren vorzustellen. Brandschutzerziehung umfasst einen großen Themenbereich und wird in der Samtgemeinde deshalb so früh wie möglich im Kindergarten begonnen. Der Besuch der Feuerwehrleute in den Einrichtungen unterstützt die Arbeit der Erzieher und Pädagogen dabei nachdrücklich.

?Viele Erwachsene sind immer noch der Meinung, dass die Kinder keine Streichhölzer oder Feuerzeuge in die Hand nehmen dürfen?, sagt Iris Widdecke, die die Brandschutzerziehung in der Samtgemeinde Hagen koordiniert, in einer kleinen Verschnaufpause. ? Aber schüren wir mit dieser Maßnahme nicht gerade noch die Neugierde der Kinder??  Kinder experimentieren gerne, ahmen die Erwachsenenwelt nach und finden auch dann eine Gelegenheit, ein Feuerchen zu entfachen, wenn Vater oder Mutter nicht damit rechnen.
Spätestens im Kontakt mit älteren Kindern oder bei einer Adventsfeier im Kindergarten ist die so interessante Flamme plötzlich in greifbarerer Nähe. Brandschutz und der richtige Umgang mit Feuer sind also wichtige Bestandteile der Erziehung und gehören deshalb bereits in den Kindergarten.
Die Brandschutzerzieher zeigen den Kindern, wie ein Feuer entstehen kann, erklären anschaulich die Gefahren von Flammen und Rauch und zeigen die Arbeit der Feuerwehr an praktischen Beispielen. Dazu gehört insbesondere auch die Erläuterung, wie ein Notruf richtig abgesetzt wird und dass der Anruf immer von der Feuerwehr beendet wird und nicht durch den Anrufer, der ansonsten wichtige Informationen vergessen könnte. Im Bereich Brandschutzerziehung gibt es bereits ein großes Repertoire an kindgerechten Unterlagen, die ein umfangreiches Programm behandeln.
 
Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas steht die spielerische Umsetzung für die Brandschutzerzieher in der Samtgemeinde Hagen im Vordergrund. Gute Erfahrungen gibt es zum Beispiel mit Handspielpuppen. Wichtig ist dabei, dass die Unterweisung weder zu lang noch die Gruppe zu groß ist. Ebenso sollten mehrere Unterweisungen pro Jahr im Kindergarten vorgesehen werden, damit alle Kinder die Chance haben teilzunehmen und die wichtigen Inhalte des Brandschutzes wiederholt werden können.
Die Feuerwehrleute wissen aus ihrer Einsatzerfahrung, dass Kinder ohne Brandschutzerziehung meist anders im Brandfall reagieren als es die Gefahrenlage erfordert. Sie neigen dazu, sich zu verstecken anstatt zu flüchten, sie wollen ihr Spielzeug retten anstatt sich selbst und sie haben mitunter Angst vor den Feuerwehrleuten in ihren Schutzanzügen. Auf diese besonderen Umstände geht die Brandschutzerziehung ein.
Damit im Ernstfall die bei Kindergärten oftmals besonders komplizierte Räumung schnell gelingt, empfehlen die Feuerwehren eine regelmäßige Räumübung. Dieses ist unter anderem auch Bestandteil der Brandschutzerziehung in den Kindertagesstätten.

?Besonderer Stellenwert kommt dabei der Prüfung auf Vollständigkeit der Kindergartengruppe, einem kindgerechten, aber schnellen Verlassen des Gebäudes und dem Ausweisen eines Sammelplatzes zu?, weiß Hagens Gemeindebrandmeister Karl Wilhelm Schnars zu berichten. ?Dieser Sammelplatz muss aber allen Kindern bekannt sein. Fluchttüren und -wege dürfen nicht durch herumliegendes Spielzeug oder Bastelkisten verstellt werden.?

In diesem Zusammenhang macht Schnars aber auch deutlich: Die Brandschutzerziehung kann nicht alleine von den Feuerwehren gestemmt werden. Hier sind auch die Erzieherinnen und Erzieher gefragt, die mit entsprechenden Lern- und Spielmaterial die Brandschutzunterweisung vor- und nachbereiten sollten. Außerdem sollten sich auch selbst eine zusätzliche Räumübung einplanen. Brandschutz sollte zudem Thema bei den Elternabenden werden.

Hierzu bieten die Brandschutzerzieher aus den Reihen der Samtgemeinde-Feuerwehren ihre Unterstützung an. Sie informieren gerne auch die Eltern, die letztlich den Brandschutz daheim ihren Kindern vorleben müssen. Denn Erzieherinnen, Erzieher und Feuerwehr sind fast machtlos in der Brandschutzerziehung, wenn die Eltern ihre Kindern nicht ebenfalls auf die Gefahren von Feuer und Rauch und das richtige Verhalten im Brandfall hinweisen.